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Der Schmugglersteig im Gsiesertal
Nach dem ersten Weltkrieg wurde die uralte Verbundenheit zwischen den Villgratern und den Defreggern durch die Staatsgrenze zwischen Italien und Österreich, welche im Gsieser Tal über die Bergkämme entlang geht, zerschnitten. Die Kontakte aber leben weiter.
Über die Berge hinweg blühte bis in die 70er Jahre das Schmugglerwesen. Getauscht wurden lederne Schuhe, Polenta und Reis, Leinenstoff und Seidenschürzen aus Gsies gegen Würfelzucker, Saccharin, Petroleum, Feuerzeuge und Tabak aus Villgraten. Enorm war der Preisunterschied beim Vieh und so wurden im Herbst auch oftmals Kühe und Schafe des Nachts auf die andere Seite geschmuggelt.
Diese Verbundenheit war aber bald vergessen und erst gegen Ende der 90er Jahre besann man sich dieser alten Bande wieder. So wurde im Zuge eines Interreg-Projektes der alte Schmugglersteig als grenzüberschreitender Lehrpfad neu angelegt.
Der Weg vom Gsieser Tal in Südtirol ins Villgratental nach Osttirol führt über 3 grenzüberschreitende Lehrpfade, auf denen Tafeln über alte Geschichten um das Schmugglerwesen, um Brauchtum und Tradition informieren.
Der „Bewirtschaftungs-Steig“ führt von St. Magdalena in Gsies über das Pfoital zur Gsieser Lenke und weiter zum Schwarzsee bis zur Unterstalleralm. Bildlich dargestellt sind hier das bäuerliche Brauchtum mit Almen, Bergmahd, Heuziehen, Vieh, Sennerinnen und Hirten.
Dann gibt es den „Schmuggler-Steig 2" wo natürlich das Schmuggeln von Villgraten ins Gsieser Tal, die Schmuggler und Zöllner im Vordergrund stehen. Der Weg führt von St. Magdalena über Tscharniet zum Kalksteinjöchl und durch das Roßtal zum Kalkstein.
Der dritte Weg im Bunde ist der „Brauchtums- und Tradtionssteig“. Er führt von St. Martin in Gsies über das verselltal zur Gruber Lenke und weiter zur Alfenalm bis Kalkstein. Auf diesem Steig geht es um die Gsieser Drechsler, die Heilkräuter, Unwetter, Butter und Käse und vieles mehr.
Foto: shutterstock
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