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Die Gsieser Sagenwelt: Die Schnabelmenschen
Tiefe Grotten und schwere, übereinandergeschichtete Steinblöcke aus Granit findet man beim Übergang vom Gsieser Tal, ital. Val Casies, ins Defreggental. Vor langer, langer Zeit haben in dieser Gegend, große, erschreckende Riesen, die statt des Mundes einen Schnabel hatten, gewüstet. Einzig die Hände dieser gefürchteten Schnabelmenschen, mit federbedecktem Körper und Pferdeklauen, sahen menschlich aus.
Einmal haben sich neun Hirten auf der Pidig-Alm verirrt und konnten wegen eines heraufgezogenen Unwetters nicht mehr weiterziehen. Sie fanden in einer Almhütte Unterschlupf, während nachts ein Schnabelmensch des Weges kam und den Menschengeruch witterte. Als er seinen Kopf durch ein Heuloch steckte und die Beute schon als die Seine sah, erhoben alle neun Männer zugleich ihre Köpfe aus dem Heu. Der sonst so mutige Schnabelmensch flüsterte: „Bin neunmal alt und neunmal jung, aber so ein wildes Tier mit neun Köpfen habe ich noch nie gesehen.“ und suchte das Weite. Seither wurde kein Schnabelmensch im Gsieser Tal mehr gesehen!
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